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Läufts?

Ein Großteil der Rückenschmerzen sind muskulär bedingt.
„Denn noch immer reagiern wir auf aktuelle Bedrohungen und Überforderung mit der gleichen Abwehrhaltung wie unsere Vorfahren: Der Rücken spannt sich, wir sind auf dem Sprung, muskulär disponiert für die Flucht oder den Angriff. Da wir aber [..] nicht mehr wegspringen, die Spannung in der Aktion lösen können, manifestiert sich die spontane Reaktion zum schmerzhaften Dauerzustand. [..] Um die Pein zu vermeiden, nehmen wir unbewusst eine Schonhaltung ein. Es kommt zu einseitigen Belastungen mit neuer Anspannung. Selbst weit entfernte Muskelgruppen oder Organe bekommen das zu spüren . Chronische Schmerzzustände können so entstehen“
Auch „Gefühle verändern die Muskelspannung. Menschen die „Die Zähne zusammenbeissen“, verspannenn sich im Bereich der oberen Halswirbelsäule. Wer viel ertragen muss, viel „auf den Buckel“ oder die „Angst im Nacken „hat, hebt unbewusst die Schultern. Manchen wird das „Kreuz gebrochen“, andere „ziehen den Schwanz ein“ und versteifen im unteren Rückenbereich.“
„Eine Änderung der inneren Haltung [..] würde den Heilungsprozess unterstützen. [..] Die ständige Fehlhaltungen am Computer zum Beispiel lässt sich nicht wegoperieren, sie muss geändert werden. Dieser Ansatz würde manche Behandlung ersparen.“

Eine aufrechte aktive Haltung ist Grundlage jeder Bewegung und auch Grundlage vieler Übungen in unserem Training. Auch für Läufer ist ein gesunder Rücken wichtig für eine Laufbewegung ohne kompensatorische Bewegungsmuster, wichtig um auf lange Laufbelastungen vorbereitet zu sein, wichtig um Überlastungsschäden zu vermeiden.

Zitate aus Prof Dr. med D. Grönemeyer – sportärztezeitung 3/2018

Gummiboot oder Lederriehmen?

Die Meinungen, was grundsätzlich der richtige Laufschuh für einen Läufer ist, gehen weit auseinander. Ist es das stark gedämpfte „Gummiboot“, reinschlüpfen und wohlfühlen, dass alle Unebenheiten des Bodens aufsaugt und zu jederzeit das Gefühl vermittelt wie auf Wolken zu laufen? Oder dann doch der minimalistischste „Barfußschuh“, für eine natürlich Funktionalität.

Welcher Schuhtyp bist du?

Eins sollte sicher sein. Vertraue niemals einem Hersteller. Teure Werbekampagnen wollen finanziert sein. Durch Verkäufe der eigenen Schuhe. Auch sollte klar sein. Schuhe wollen dämpfen, führen, stützen. Ein gesunder funktionaler Fuss, braucht dies alles NICHT.

Weiche Sohlen berauben dem Fuss, das neuromuskülären Zusammenspiel, das Input um Bodenunebenheiten, Stossbelastungen oder Rotationsgeschwindigkeiten. Die Infos erreichen das Gehirn erst, wenn Fussgelenk und Kniegelenk bereits ausgleichend arbeiten.
Eine dicke Sohle oder eine hohe Fersensprengung verlängert die Beinachsen/Hebelwirkungen im Unterschenkel/Fussgelenk. Größere Winkel erst im Fuss-, dann im Kniegelenk, dann in der Hüfte, sind die Folge. Beugt das Knie zu tief, ist der Anpressdruck hinter der Kniescheibe hoch. Rotiert das Knie nach innen oder kippt das Becken zu stark ab wird der „Tractus“ unter höheren Zug gesetzt.
Stehen die Zehen leicht angehoben ist ein höherer muskulärer Zug auf der Schienbeinvorderseite die Folge. Je fersenlastiger die Landung, desto größer die Gefahr vom Schienbeinkantensyndrom.

Leider ist der Barfußschuh aber auch für viele Läufer nicht DIE LÖSUNG. Hierfür müssen Füsse, Beinachsen und Co. funktionieren. Leider ist die Studienlage immer noch recht dünn, bzw. widersprüchlich. Bisher konnte kein Zusammenhang zwischen Schuh oder Laufstil und Verletzungshäufigkeit nachgewiesen werden. Liegen die Ursachen gegebenfalls woanders?

Wenn es nicht der Schuh oder der Stil ist (definiert durch die Landung in Fersen-, Mittelfuß oder Vorfußlaufstil), was dann? Ich würde die Fehler in der allgemeinen Bewegungsqualität suchen. Anleitungen zum richtigen Fussaufsatz, Armarbeit, Mobilisationsübungen oder Lauf-ABC gibt es viele. Aber die Realität sieht bei vielen Sportlern doch anders aus. Viele, ich würd nach wie vor vermuten die meisten, gehen einfach „nur laufen“. Der kleinere Teil macht sich mehr Gedanken. Gelegentliches Technik- und Athletiktraining reicht aber meist nicht aus, um Schonhaltungen und kompensatorische Bewegungsmuster des beruflichen und privaten Alltags auszugleichen. Eine Optimierung der Laufbewegung ist daher für viele Läufer nur schwer zu erreichen.
Ich nehme mich da nicht raus. Eine skoliotische Wirbelsäule und beidseitige Haglund Exostose sind nur zwei meiner Baustellen. Meine Lauftechnik: Mittelfusslaufstil mit teils deutlichen Defiziten in der Beckenstabilität. Manche Technikdefizite lassen sich recht einfach beheben, bei anderen muss man schon tief in die Trickkiste greifen, manchmal bleit man auch einfach ratlos.

Mein Vorschlag: reduziert euch nicht auf einen Laufschuh, kauft euch das Gummiboot und auch das Lederschläppchen. Wechselt je nach Training die Schuhe. Setzt eure Füssen vielfältige Reize aus. Wechselt die Untergründe. Geht mehr Barfuss. Wo immer möglich verzichtet auf feste Schuhe und wählt flexible Alternativen. Schaut euch um. Wo könnt ihr euren Alltag aktiver gestalten? Weniger Sitzen, weniger Schonhaltungen, mehr Aktivität. Und integriert allgemeine und laufspezifische Athletikübungen in euer Lauftraining und Alltag.

Nicht der „richtige“ Laufschuh ist das Wichtigste für einen Läufer, sondern die Qualität der eigenen Bewegung sollte im Vordergund stehen.

Freue mich auf euer Feedback!

 

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